Mütterpflege ist eine professionelle Unterstützung für Frauen und Familien während der Schwangerschaft, nach der Geburt und in den ersten Lebensjahren des Kindes.
Zertifizierte Mütterpflegerinnen bieten emotionalen Halt, praktische Entlastung im Haushalt, Unterstützung in der Säuglingspflege und gesunde Ernährung.

WAS IST MüTTERPFLEGE?

“IT TAKES A VILLAGE TO RAISE A CHILD" SAGT MAN. DABEI BRAUCHT ES DAS DORF VOR ALLEM, UM DER MUTTER DEN RüCKEN FREIZUHALTEN, DAMIT SIE SICH ERHOLEN, IN IHRER NEUEN ROLLE ANKOMMEN UND ALLE KRAFT, AUFMERKSAMKEIT UND LIEBE IHREM BABY SCHENKEN KANN.

Die ersten 40 Tage nach der Geburt sind eine besonders sensible und prägende Zeit für Mütter. Körper und Seele dürfen sich von Schwangerschaft und Geburt erholen, während gleichzeitig eine ganz neue Beziehung zum Baby entsteht. In dieser Phase und auch im ersten Lebensjahr des Kindes, braucht es Ruhe, Schutz und liebevolle Zuwendung – für die Mutter genauso wie für das Kind. Mütterpflege kann in dieser Zeit einen wertvollen Beitrag leisten, indem sie den Alltag auffängt, entlastet und Raum schafft für Heilung, Bindung und ein sanftes Ankommen im neuen Leben. Wenn die Mutter umsorgt wird, kann sie sich ihrem Baby mit mehr Vertrauen, Kraft und Gelassenheit zuwenden.

Die Idee, dass eine Mutter gehalten werden muss, ist tief in der Menschheitsgeschichte verankert. In vielen Kulturen weltweit gilt diese Zeit nach der Geburt seit jeher als besonders schützenswert. Über Generationen hinweg wurden Mütter in den ersten Wochen von Familie, Gemeinschaft oder speziell dafür vorgesehenen Frauen umsorgt, während sie sich ganz auf die Erholung und die Bindung zu ihrem Kind konzentrieren konnten. Mütterpflege knüpft an dieses alte Wissen an und übersetzt es in unsere heutige Lebensrealität, in der familiäre Netzwerke oft fehlen. Sie bringt zurück, was über lange Zeit selbstverständlich war: Zeit, Unterstützung und achtsame Begleitung für Mütter in einer der sensibelsten Phasen ihres Lebens.

FAQ MüTTERPFLEGE

  • Meiner Meinung nach hat jede Mama nach der Geburt eine Mütterpflegerin verdient, die sich nur um sie kümmert. Ich bin für dich da, wenn du dir Hilfe wünschst. Ich unterstütze dich liebevoll, wertfrei und alltagsnah bei dir zuhause. Zum Beispiel:

    • Nach einer Bauchgeburt oder einer schwierigen Geburt

    • Wenn du dich erschöpft oder überfordert fühlst

    • Bei Mehrlingsgeburten

    • Als Alleinerziehende

    • Wenn dein Partner oder deine Partnerin nicht immer vor Ort sein kann oder früh wieder arbeiten gehen muss

    • Bei Krankheit, in besonderen Lebenssituationen und Übergangsphasen

    Wichtig ist: Du musst keinen bestimmten Grund haben, um Hilfe anzunehmen. Ganz allein die Tatsache, dass du gerade einen neuen Menschen in die Welt gesetzt hat, berechtigt dich dazu, nach Unterstützung zu fragen. Das ist kein Zeichen von Schwäche oder Egoismus, sondern von immenser Stärke und Verantwortungsübernahme für das Wohl von dir, deinem Kind und deiner kleinen Familie! Du musst das nicht alleine schaffen – ich begleite dich dabei, wieder Boden unter den Füßen zu spüren.

  • Als Mütterpflegerin unterstütze ich dich ganzheitlich im Alltag – emotional, praktisch und liebevoll. Du darfst ankommen, dich ausruhen und Kraft schöpfen – ich kümmere mich um den Rest.

    Als Mütterpflegerin:

    • Habe ich ein offenes Herz und Ohr für alle Sorgen, Fragen und Gefühle

    • Helfe ich dir dabei, in deiner neuen Rolle als Mama anzukommen

    • Unterstütze ich dich beim Stillen, Flaschenfüttern und der Säuglingspflege

    • Organisiere ich mit dir deinen neuen Alltag

    • Kaufe ich für dich ein und koche für dich und deine Familie worauf du Lust hast

    • Verschaffe ich dir Auszeiten. Wenn du das möchtest, betreue ich dein Baby, damit du mal in Ruhe duschen oder eine Runde schlafen kannst

    • Begleite ich dich bei Arztbesuchen oder anderen Terminen

    • Helfe ich mit offenen Augen im Haushalt (keine Grundreinigung)

    • Betreue ich ggf. die Geschwisterkinder, bringe sie zur Kita/Schule oder hole sie ab

    • Biete ich Entspannungsmassagen und Rückbildungsübungen an

    • Helfe ich bei der Umsetzung der Empfehlungen deiner Hebamme

    • Baue ich mit dir ein Unterstützungsnetzwerk auf

    Als Mütterpflegerin führe ich keine medizinischen Tätigkeiten durch und ich erstelle auch keine Diagnosen. Ich kann eine Versorgung durch eine Hebamme nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen und unterstützen.

  • Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett sind unglaublich sensible, einschneidende und bahnbrechende Erlebnisse im Leben einer Frau. Über die Strapazen und Risiken von Schwangerschaft und Geburt wird viel gesprochen und aufgeklärt. Das Wochenbett wird dabei oft vergessen – obwohl es von immenser Bedeutung ist! Die Zeit nach der Geburt eines Kindes, Wochenbett genannt, ist körperlich und emotional eine Ausnahmesituation für die Mutter und die ganze Familie. Was man sich vorher mit rosaroter Brille als kuschelige Kennenlernzeit ausgemalt hat, kommt leider doch oft anders.

    Betrachtet man die Zahlen, kann man die Umstände unter denen Frauen in Deutschland Mütter werden durchaus als fatal bezeichnen. 20 bis 45% der Gebärenden sind von Gewalt in der Geburtshilfe betroffen. 2-5% davon entwickeln eine Posttraumatische Belastungsstörung. 10-20% aller Schwangeren und Mütter in Deutschland entwickeln eine diagnostizierte peripartale Depression bzw. Angststörung aufgrund von vielfältigen Belastungsfaktoren (Quelle: Schatten und Licht e.V.). Die Umstände in Kliniken sind durch Krankenhausroutinen und massivem Personalmangel sehr angespannt. Dazu kommt, dass nur wenige Frauen ein wirklich zuverlässiges Unterstützungsnetzwerk aus Familie und Freund:innen vor Ort haben und Partner:innen oft nach ein paar Wochen wieder arbeiten gehen müssen.

    In der verletzlichen Phase des Wochenbetts wirkt das Erlebte, positiv wie negativ, oft lebenslang nach. Gerade weil die ersten Wochen der Heilung so entscheidend für die körperliche und psychische Gesundheit von Mutter und Kind sowie für die Bindung sind, braucht es einen geschützten Raum. Eine Mütterpflegerin kann in dieser herausfordernden Zeit entlasten, auffangen und begleiten – und somit späteren Komplikationen wie gesundheitlichen Problemen, Depressionen, Bindungsstörungen oder Stillproblemen vorbeugen.

    Es ist normal, nicht alles allein bewältigen zu können. Es ist richtig und wichtig, um Hilfe zu bitten, sich Unterstützung zu suchen und diese auch anzunehmen!

  • Hebammen und Mütterpflegerinnen verfolgen das gleiche Ziel: das Wohl von Mutter und Kind. Dabei setzen sie unterschiedliche Schwerpunkte. Während die Hebamme medizinisch begleitet und fachlich berät, ist die Mütterpflegerin im Alltag präsent. Sie übernimmt keine medizinischen Tätigkeiten, sondern unterstützt dort, wo Entlastung gebraucht wird – mit Zeit, Fürsorge und einem offenen Ohr für die Bedürfnisse der ganzen Familie.

    → Die Mütterpflege ist kein Ersatz für eine fehlende Wochenbettbetreuung durch eine Hebamme!

  • Mütterpflegerinnen und Haushaltshilfen werden über die gleiche gesetzliche Grundlage mit den Krankenkassen abgerechnet. Eine Haushaltshilfe entlastet im Haushalt. Mütterpflegerinnen tun das auch, bieten darüber hinaus aber auch eine kontinuierliche emotionale Unterstützung der Frau und ihrer Familie, Hilfe bei der Babypflege, gesunde Ernährung, altersgerechte Unterstützung und Einbindung der Geschwisterkinder, Entspannung und Selbstfindung für die Mutter etc. In einer Zeit des Umbruchs braucht es manchmal mehr als eine saubere Küche und einen glänzenden Boden. Mütterpflegerinnen bieten ein offenes Herz und Ohr und sind genau in den Themen geschult, die Mütter und ihre Familien zwischen Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit beschäftigen.

    • Persönliche Erfahrungen mit Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Mutterschaft.

    • Eine Mütterpflegerin ist fachlich gerüstet und verfügt über vielfältiges Basiswissen zu Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, frühkindliche Entwicklung und Säuglingspflege.

    • Kenntnisse zu Stressprävention, Entspannungstechniken, Alltags- und Haushaltsorganisation.

    • Einfühlungsvermögen und Kommunikationsgeschick.

    Die Entlastung durch die Arbeit einer Mütterpflegerin ist vielfältig und stets auf die Bedürfnisse der Frau und ihren familiären Anforderungen angepasst.

    Der Berufsverband für zertifizierte Mütterpflegerinnen in Deutschland – MDEV – sichert die Qualität und Professionalität im Mütterpflege-Berufsbild. Beim Berufsverband zertifizierte Mütterpflegerinnen haben eine fundierte Ausbildung erhalten, machen regelmäßige Fort- und Weiterbildungen und verpflichten sich einem Berufsethos.

  • Eine Mütterpflegerin kann jederzeit beauftragt und selbst finanziert werden. Die Arbeitszeit wird nach Stunden abgerechnet. Der Arbeitsaufwand hängt vom Umfang der Aufgaben ab.

    In vielen Fällen beteiligen sich die Krankenkassen an der Finanzierung der Mütterpflegerin oder übernehmen diese. Hierfür muss ein Antrag auf Haushaltshilfe nach § 24 h oder § 38 SGB V gestellt werden. Der Antragsprozess ist bei jeder Krankenkasse unterschiedlich. Ich berate und unterstütze dich gerne zu Thema Antragsstellung bei deiner Krankenkasse!

    Egal wie die Mütterpflege finanziert wird: Gemeinsam schließen wir eine schriftliche Vereinbarung über den Einsatz als klaren professionellen Rahmen und für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ab.

    → Mehr Informationen dazu findest du hier.